Die Kommunalwahl 2026 hat die Zusammensetzung der kommunalen Räte in Bayern
erneut verändert. Doch eine Sache ist gleich geblieben: Noch immer sind es vor
allem ältere Männer, die in den Kreisen und Gemeinden an der Jugend
vorbeientscheiden. Dabei besteht für Jugendliche und junge Erwachsenen daraus
ein Interesse daran, sich für ihre Gemeinde einzusetzen. Dass sich diesmal
besonders viele von ihnen zur Wahl stellen ließen, belegt ihren Willen zum
Engagement. Doch fast immer reichte es für keinen Sitz im Rat, besonders in den
ländlicheren Regionen.
Im Gegensatz dazu gehört der Seniorenbeirat, eine exklusive Vertretung für die
Ältesten der Gesellschaft, in vielen Gemeinden schon längst zum kommunalen
Angebot. Ein ähnliches Gremium für die Jugend lässt sich in der Fläche aber nur
schwer finden. Das liegt auch daran, dass von staatlicher Seite zu wenig auf die
Jugendlichen zugegangen wird. Häufig benötigt es eine gut organisierte und
vernetzte Gruppe junger Menschen, die eine Gründung selbst in die Hand nimmt und
mit einem ausgearbeiteten Konzept auf die Gemeinden zugeht.
Die Konsequenz ist, dass in Ostbayern nur wenige Jugendvertretungen existieren.
Im Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen sind für die Oberpfalz nur
Gremien aus Nittenau, Tirschenreuth und Regensburg organisiert, für Niederbayern
kein einziges. In der Oberpfälzer Stadt Sulzbach-Rosenberg wurde nach einer
mehrjährigen, coronabedingten Pause Ende 2025 ein Jugendbeirat nachgewählt.
Diese Beispiele zeigen allerdings auch, dass gewählte Jugenvertretungen
besonders in Kleinstädten funktionieren können und keine exklusive Angelegenheit
der Großstädte sind. Jugendliche wissen meist sehr genau, welche Anliegen für
ihre Generation vor Ort wichtig sind und bringen sich, wenn dies von den
Gemeinden ermöglicht wird, als engagierte Fürsprecher*innen ein.
Und dies ist auch dringend notwenig: Die bayerischen Kommunen stehen durch
massive Verschuldung, dem demographischen Wandel und die Klimaktastrophe vor
großen Herausforderungen. Diese können wir aber nur gemeinsam angehen. Wir
müssen über alle Altersgruppen hinweg zusammenarbeiten und jeder Generation eine
Möglichkeit zur Mitsprache einräumen.
Als GRÜNE JUGEND Ostbayern fordern wir daher:
1. Jede kreisfreie Stadt und jede Kreisstadt in Ostbayern soll die Gründung von
demokratische gewählten Jugendvertretungen durch z.B.
Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen aktiv
vorantreiben.
2. Die Regierungen der Oberpfalz und Niederbayern, sowie die bayerische
Staatsregierung sollen andere größerer Städte und Gemeinden z.B. mit
Förderprogrammen anregen, ebenfalls gewählte Jugendvertretungen einzurichten.
3. Eine weitere Form der Jugendvertretung ist durch einen sog. Jugendkreistag
möglich, wie es bereits im Landkreis Regensburg der Fall ist. Die Ausweitung
dieses Konzeptes auf andere Landkreise soll ebenfalls angeregt werden.
4. Städte, Gemeinde und Kreise müssen auch nach einer erfolgreichen Gründung mit
ihren gewählten Jugendvertretungen zusammenarbeiten, indem sie ihnen z.B.
finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und eine Ansprechperson in der
Verwaltung bennen.